Internationale Alarmrufe zur Westsahara: UNO prangert Verschlechterung an – EU bleibt auf falschem Kurs
Berlin, 28. August 2025 – Die deutsche Tageszeitung Nordwest-Zeitung (NWZ) widmet ihre Donnerstagsausgabe schwerpunktmäßig der Westsahara. Sie berichtet sowohl über den neuen Bericht von UN-Generalsekretär António Guterres als auch über eine kritische Analyse der europäischen Politik gegenüber der marokkanischen Besatzung.
In seinem Bericht warnt Guterres vor einer „alarmierenden und untragbaren Verschlechterung“ der Lage in den besetzten Gebieten, wo die marokkanischen Besatzungstruppen die sahrauische Bevölkerung systematisch unterdrücken. Der Generalsekretär kritisiert, dass Marokko seit 2015 den Zugang des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte blockiert und regelmäßig Beobachter, Journalisten und Juristen ausweist. Zugleich erinnert er daran, dass die MINURSO 1991 gegründet wurde, um ein Referendum zur Selbstbestimmung zu organisieren – ein Prozess, den Rabat bis heute verhindert.
Die NWZ beleuchtet außerdem die marokkanische Propagandamaschine, die versucht, die Besatzung der Westsahara mit dem Kampf gegen den Terrorismus gleichzusetzen, während Rabat Repression und Migrationsdruck als diplomatische Waffen einsetzt. Das Blatt erinnert daran, dass Marokko das Gebiet seit dem „Grünen Marsch“ von 1975 militärisch besetzt hält und jede unabhängige internationale Kontrolle verweigert.
In einem parallel veröffentlichten Interview warnt die Organisation Western Sahara Resource Watch, dass sich die Europäische Union „auf dem Irrweg“ befinde. Anstatt die Urteile des Europäischen Gerichtshofs umzusetzen, die die Handelsabkommen mit Marokko in Bezug auf die Westsahara für nichtig erklären, suche Brüssel nach Wegen, den Raub der sahrauischen Ressourcen – Phosphat, Fischerei, erneuerbare Energien – zu legitimieren.
Die doppelte Berichterstattung der NWZ bestätigt, was Solidaritätsorganisationen seit Jahren betonen: Die europäische Politik des „pragmatischen Realismus“ stärkt nur die illegale Besatzung und verlängert eine Ungerechtigkeit, die seit fast fünfzig Jahren andauert. Gegenüber der marokkanischen Propaganda muss die internationale Gemeinschaft klarstellen: Die Westsahara bleibt ein nicht dekolonisiertes Gebiet, und das sahrauische Volk hat ein unveräußerliches Recht auf Selbstbestimmung.
📖 Quelle: Nordwest-Zeitung (NWZ), Ausgabe vom 28. August 2025, Artikel von Jörg Tiedjen und Interview von Tim Sauer.
🔗 Link: NWZ – Weckruf zur Westsahara / Die EU befindet sich auf dem Irrweg (vollständige Artikel in Print- und Digitalausgabe für Abonnenten).
Origen: Westsaharakonflikt: »Die EU befindet sich auf dem Irrweg«